Flötenabend am 21. November 2019

Die Berner Stiftung hat mit den Dozenten des Dr. Hoch´s Konservatorium lange gesucht. Nun ist es gelungen, eine hochwertige Piccoloflöte Modell „A.R. Hammig“ aus Honduraspalisander zu erwerben.  Die Familie Hammig kann als eine der ältesten Flötenbauerfamilien auf eine Tradition von über 240 Jahren zurückblicken. Nachdem sich der Sohn des ersten Instrumentenbauers Hammig 1780 selbstständig gemacht hatte, vererbte sich der Beruf bis heute von Sohn zu Sohn weiter.

August Richard Hammig ging 1908 zur Spezialisierung nach Saarbrücken und Philipp Hammig bildete sich in Berlin bei dem Flötenhersteller Rittershausen fort. Gebaut werden bis heute die Piccoloflötenmodelle Philipp Hammig und Johannes Gerhard Hammig des traditionsreichen vogtländischen Familienbetriebs, die weltweit in vielen großen Orchestern gespielt und von vielen Musikern hochgeschätzt werden. Die Instrumente werden aus Grenadillholz, aus Palisander oder aus Kokosholz gefertigt.

Die Piccoloflöte ist eine kleinere Bauform der Querflöte. Sie ist eine Oktave höher gestimmt und ist das höchste klassische Holzblasinstrument und zählt auch im Sinfonieorchester zu den höchsten Instrumenten. Die kleine Flöte ist etwa 32 cm lang, das bedeutet etwa halb so groß wie die Querflöte und hat einen Durchmesser von 1 cm. Sie kann aus Holz oder Metall sein.

Die Piccoloflöte findet sich in verschiedenen Formen seit dem Mittelalter in der Militärmusik, die gemeinsam mit der kleinen Trommel den typischen Klang der Infanterie ausmachte. In diesem Zusammenhang hielt sich das Instrument bis ins 18. Jahrhundert.

Später wurde sie eingesetzt, einerseits zur Nachahmung der Pfeifen in der Janitscharenmusik um exotisches Kolorit zu erzeugen (wie in Mozarts „Entführung“ oder im Duett mit dem Kontrafagott in Beethovens 9. Sinfonie) oder für schrille, naturähnliche Effekte wie das Pfeifen eines Sturms oder die Elektrizität eines Blitzes (wie zum Beispiel Beethoven im „Gewitter“ seiner 6. Sinfonie).

Einfache Bauformen mit nur wenig oder sogar ganz ohne Mechanik werden heute teilweise noch in der Volksmusik verwendet.

Das Instrument wurde den Preisträgerinnen und Stipendiatinnen der Neumann-Stiftung am Konservatorium im Rahmen eines Flötenabend übergeben, Delphine Roche vom Konservatorium hatte dazu ein umpfangreiches Programm zusammengestellt, bei dem die Piccolo-Flöte in allen Facetten zum Ausdruck kam.

Termin: Donnerstag, dem 21. November 2019, 19.00 Uhr im Engelbert-Humperdinck-Saal des Dr. Hoch´s Konservatoriums Sonnemannstr. 16, 60314 Frankfurt am Main.

Fotografin: Sabine Antonius